Wohin geht die Reise?
Ein weiterer Hitze-Tag.
Ich mache mich mit meinem Kind auf den Weg zum nächstgelegenen Wald. Schatten, Abkühlung, Natur – all das möchte ich mit meinem Kind teilen. Ein bisschen raus aus der aufgeheizten Stadt, hinein ins Grün der Bäume.
Ich fahre mit dem Velo durch die Quartiere. Da vorne höre ich Kinderstimmen: Lachen, Spielen, Rufen, Schreien. Ich denke: Ach ja, die Schule hat wieder angefangen. Grosse Pause.
Je näher ich komme, desto lauter wird das Lachen. Ich sehe Kinder, die Fussball spielen. Ein schöner Anblick. Und doch berührt und beunruhigt mich etwas.
Die Kinder spielen auf einem Stück Rasen, das eigentlich grün sein sollte. Doch der Rasen ist braun-beige. Ausgedörrt. Trocken.
Ich fahre weiter. Aber dieses Bild bleibt bei mir.
Vielleicht gerade deshalb, weil ich mit meinem Kind unterwegs bin. Weil ich mir wünsche, dass auch mein Kind diese Welt erleben kann: Wälder, in denen es Schatten gibt. Wiesen, auf denen Kinder spielen können. Bäche und Flüsse, in denen Wasser fliesst. Eine Natur, die nicht nur Erinnerung ist, sondern Lebensraum.
Und plötzlich wird aus dem braunen Rasen eine Frage:
Wohin geht unsere Reise?
Ich mache mir Sorgen.
Diese Erde ist nicht einfach Kulisse für unser Leben. Sie ist unsere Heimat. Sie ist Gottes Schöpfung. Und sie ist uns anvertraut.
Morgen beginnt die SchöpfungsZeit. Vom 1. September bis zum 4. Oktober lädt sie uns besonders dazu ein, hinzusehen: auf das, was uns Sorgen macht, aber auch auf das, was uns Hoffnung gibt.
Vielleicht beginnt Veränderung genau dort, wo wir uns berühren lassen. Wo wir nicht einfach am vertrockneten Rasen vorbeifahren, sondern stehen bleiben und fragen: Was hat das mit mir zu tun? Was kann ich beitragen?
Vielleicht beginnt es mit kleinen Dingen. Aber vor allem beginnt es mit einer Haltung: mit Dankbarkeit, Achtsamkeit und Verantwortung für das, was uns geschenkt und anvertraut ist.
Und so nehme ich dieses Bild der spielenden Kinder mit:
Was können wir heute tun, damit auch sie morgen noch eine Welt vorfinden, in der sie auf grünen Wiesen spielen, durch Wälder laufen und staunen können über Gottes Schöpfung?
Sonja Lofaro

Vielen Dank für diesen nachdenklich machenden Impuls, Sonja.
Angesichts grosser Herausforderungen kann schnell das Gefühl entstehen: Was kann ich allein schon bewirken? Für mich ist wichtig, mich davon nicht entmutigen zu lassen. Auch kleine Schritte können etwas in Bewegung bringen. Und genau darauf kommt es bei Veränderungen an: anfangen. Schliesslich beginnt jede Reise mit dem ersten Schritt.