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Dem Stern folgen

Die Sterndeuter machen sich auf den Weg, weil sie einen Stern sehen. Nicht, weil sie alles verstehen. Nicht, weil sie wissen, was sie erwartet. Sondern weil etwas in ihnen wach wird.

Der Stern zwingt sie nicht. Er ruft nicht laut. Er leuchtet – und lädt ein.

Epiphanie erzählt von Menschen, die sich berühren lassen von einem Zeichen. Von Suchenden, die bereit sind, aufzubrechen, auch wenn der Weg ungewiss ist. Sie verlassen Vertrautes, stellen Fragen, lassen sich korrigieren, gehen Umwege – und kommen schliesslich an einem unscheinbaren Ort an.

Nicht im Palast. Nicht im Zentrum der Macht. Sondern dort, wo Verletzlichkeit wohnt.

Vielleicht liegt genau darin die Botschaft dieses Festes: Gott zeigt sich nicht dort, wo alles glänzt, sondern dort, wo wir bereit sind, still zu werden. Wo wir unsere Sicherheiten loslassen und uns berühren lassen von dem, was klein ist und unscheinbar.

Die Sterndeuter bringen Geschenke mit. Gold, Weihrauch und Myrrhe. Vielleicht sind es Zeichen dafür, dass wir nicht mit leeren Händen kommen müssen – sondern mit dem, was wir sind: mit unserer Sehnsucht, unseren Fragen, unserer Erfahrung, unserer Müdigkeit.

Und am Ende kehren sie „auf einem anderen Weg“ zurück. Nicht nur geografisch. Innerlich.

Epiphanie lädt uns ein zu fragen:

Welchem Stern folge ich?

Wo lasse ich mich führen?

Und welcher andere Weg könnte sich mir zeigen?

Sonja Lofaro

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