Evelina Johnson
Manchmal sitzt man im Büro und denkt sich: Eigentlich sollte ich gerade draussen die Sonne geniessen… – aber genau hier beginnt meine Geschichte.
Ich heisse Evelina, bin 23 Jahre alt und arbeite im Büro. Auch wenn ich gerade das schöne Wetter verpasse, gibt es vieles, was mich antreibt und erfüllt. Ein grosser Teil davon ist mein Engagement in der Kirche. Ob als Ministrantin, im Youth-Bereich oder im Komitee – ich bin überall mit Herz dabei.
Neben den Gottesdiensten organisieren wir auch verschieden Anlässe wie Weihnachtsfeier oder Jugendtreffs. Dort geht es nicht nur ums Zusammensein, sondern auch darum gemeinsam zu lernen, zu wachsen und wertvolle Zeit mit Freunden zu verbringen.
In nächster Zeit werdet ihr mehr von mir sehen – vor allem, wie ich meine Kultur und mein Glauben verbinde und daraus etwas ganz Besonderes entsteht. Also bleibt gespannt!
Letzte Woche wurde eines der letzten und zugleich wichtigsten Feste gefeiert: das Marienfest in der Lourdes-Grotte in Leuggern im Aargau. Begleitet wurde dieses Fest von vier Pfarrern, dem Chor aus dem Aargau, unterstützt durch Jugendliche des Young Choirs, zahlreichen Ministranten sowie über 300 Gläubigen. Natürlich darf auch die wunderschön dekorierte Marienstatue nicht vergessen werden.
In unserer Gemeinschaft ist dies das einzige Fest, das bewusst draussen gefeiert wird, da sich die Grotte mitten in der Natur befindet. Am schönsten ist es natürlich, wenn die Sonne scheint – doch selbst bei Regen verlassen die Menschen die Grotte nicht.
Das Besondere an diesem Fest ist, dass Menschen aus verschiedenen Kantonen zusammenkommen und gemeinsam feiern. Zum Abschluss wird das Fest mit einem gemeinsamen Essen beendet. Fast jede Familie hat etwas mitgebracht, und hier sieht man die grosse Freude am Teilen und Miteinander.
Einmal lief ich ohne etwas über den Parkplatz und kam kurze Zeit später mit einem übervoll gefüllten Teller zurück. Jeder ist bereit zu geben und zu verschenken. Genau das ist das Schöne am Teilen: Es bringt Freude und schenkt Freude.


In letzter Zeit war ich ein wenig schwach und krank. An solchen unglücklichen Tagen hinterfragt man alles Mögliche: Wieso habe ich das nicht geschafft? Wieso mache ich es nicht wie XY? Wieso, wieso, wieso …
Die Leere, die man in dieser Zeit spürt oder findet, führt oft zuerst zu negativen Gedanken. Denn niemand denkt sich in solchen Momenten: „Wie schön, dass ich heute krank bin und es mir schlecht geht.“
Ich glaube, so wie ich fühlen sich die meisten Menschen, wenn mal etwas nicht klappt. Man sucht nach einem Verantwortlichen – und oft ist es nicht man selbst, sondern der, der über uns wacht. Doch kaum jemand denkt sich, wenn etwas gut läuft: „Danke Gott, dass ich das geschafft habe.“ Denn wenn alles gut läuft, schreibt man den Erfolg sich selbst zu. Läuft es schlecht, gibt man Gott die Schuld.
Was ich Dir mitgeben möchte: Diesen Gedankengang sollten wir Menschen ändern und dankbarer sein – nicht nur sich selbst oder Gott gegenüber, sondern auch den Menschen um uns herum. Denn vieles im Leben ist nicht selbstverständlich.
Evelina
Am Sonntag wurde in Bern unser erstes Patronatsfest zu Ehren vom heiligen Josef, dem Vater von Jesus, gefeiert. Auch dieses Jahr haben sich die Organisatoren wieder sehr viel Mühe mit der Dekoration gegeben. Sowohl der Altar als auch die Statue selbst wurden mit zahlreichen Blumen wunderschön geschmückt.
Viele Menschen erschienen in farbenfrohen Kleidern, was dem Fest eine ganz besondere und lebendige Atmosphäre verlieh. Es war einfach herrlich anzusehen, wie Gemeinschaft, Glaube und Tradition zusammenkamen. Zum Abschluss wurde der Tag mit einem gemeinsamen Abendessen beendet, bei dem nochmals zusammen gelacht, gesprochen und gefeiert wurde.
Die Feier zu Ehren vom heiligen Josef ist das erste Patroatsfest, das im Jahr gefeiert wird, und genau deshalb ist es etwas ganz Besonderes. An diesem Tag wird Josef geehrt und gefeiert – als Zeichen des Dankes dafür, dass er die Familien zusammenhält und für Schutz, Zusammenhalt und Liebe steht. Deshalb gilt dieses Fest auch als eine Feier der Familien.
Seid gespannt auf weitere Patronatsfeste – dies war erst der Anfang.
Evelina
Früher habe ich immer gemeint, dass wenn es grau ist und regnet, Gott traurig ist und seine Tränen in Form von Regentropfen auf die Erde fallen. Vielleicht war das eine kindliche Vorstellung, aber irgendwie hat mir dieser Gedanke immer Ruhe gegeben.
Heute gehe ich auf das Lied «Naan Jebitha Jebam» von Giftson Durai und Vaikom Vijayalakshmi ein. Giftson Durai fokussiert sich meist auf christliche Lieder, schafft es aber, seine Texte so verständlich und gefühlvoll zu gestalten, dass auch Menschen, die nicht perfekt Tamilisch sprechen, die Bedeutung fühlen können. Vaikom Vijayalakshmi kennt man eher aus der Filmmusik-Welt, doch ihre Stimme bringt eine besondere Ruhe mit sich, die man sofort spürt, wenn man dieses Lied hört.
In diesem Lied geht es um Hoffnung in schweren Zeiten, um die Sehnsucht nach Gott und um die Dankbarkeit, die der Glaube mit sich bringt. Ich habe dieses Lied eher zufällig gesehen und gehört, doch genau in diesem Moment habe ich mich vollkommen dieser Ruhe hingegeben.
Wenn ich schwere Zeiten im Leben habe, brauche ich genau solche Lieder. Sie geben mir die Kraft, die andere vielleicht in der Arbeit, der Familie oder anderen Dingen finden. Auch dieses Lied ist – wie viele andere – eine Konversation mit Gott, aber gleichzeitig auch mit den Menschen, denen gezeigt wird, wie gut Gott zu einem sein kann.
Es ist doch etwas Schönes, einen Freund zu haben, auch wenn man ihn nicht sehen kann. Mit ihm zu reden und ihn zu fühlen, muss nicht immer in Form eines Gebets sein, sondern kann auch einfach eine normale Konversation sein, wie man sie unter Freunden führt – in der Freude, aber auch in der Wut. Und trotzdem weiss man, dass man in guten Händen ist.
Und was fühlt ihr bei diesem Lied?
Manchmal suche ich keinen Ort voller Geräusche, sondern genau das Gegenteil: einen Moment, in dem alles still wird. Genau deshalb gehe ich gerne in die Kirche – um durchzuatmen, zur Ruhe zu kommen und einfach für mich zu sein. Doch diese Stille ist nicht leer. Manchmal wird sie von etwas erfüllt, das noch tiefer geht: Musik.
Und damit meine ich keine gewöhnliche Musik aus dem Alltag. Es sind die Klänge von Orgeln oder sanften Klaviertönen, die den Raum füllen und etwas in dir auslösen, das sich schwer in Worte fassen lässt. Vielleicht kennst Du dieses Gefühl – wenn Musik plötzlich eine Verbindung schafft, ohne dass etwas gesagt werden muss.
Letztes Wochenende habe ich genau so einen Moment erlebt. In der Kirche lief ein Lied, das mich sofort berührt hat: Ebenesarae von John Jebaraj. In diesem Lied geht es um Dankbarkeit – darum, dass Gott da ist, trägt, hilft, ohne sich zu beklagen. Es sind Worte, die viele vielleicht selbst so empfinden würden, aber nicht immer aussprechen können.
Genau das macht dieses Lied für mich so besonders: Es spricht das aus, was ich manchmal nicht in Worte fassen kann. Es erinnert mich daran, woran ich glaube und gibt mir Halt, selbst dann, wenn ich unsicher bin. Noch tiefer berührt es mich, weil es auf Tamilisch gesungen wird – einer Sprache, die für mich persönlich eine besondere Bedeutung hat.
Ich möchte Dir dieses Lied wirklich ans Herz legen. Hör es Dir an – auch wenn du die Sprache nicht verstehst. Du wirst spüren, was gemeint ist. Vielleicht ist es nicht der Text, sondern die Musik selbst, die Dich erreicht. Und vielleicht berührt sie Dich so sehr, dass sie Dich nicht mehr loslässt.
Ich bin gespannt, was Du dabei fühlst.
Evelina

Liebe Evelina
Ich bin gespannt und freue mich sehr auf Deine Beiträge.