Die grösste Liebesgeschichte der Welt: Drei Anläufe für dein Herz
Der Dreifaltigkeits-Sonntag – das klingt oft nach trockener Theologie und komplizierten Formeln. Wer genau hinsieht, entdeckt da die Geschichte des grössten und hartnäckigsten Flirts der Weltgeschichte: Gott versucht, menschliche Herzen zu erobern. Und weil Liebe kreativ ist, wagt Gott drei unterschiedliche Anläufe, um an sein Ziel zu kommen.
Anlauf 1: Das behutsame Herantasten: Stell dir vor, jemand mag dich wahnsinnig gerne, will dich aber auf keinen Fall überrumpeln. So begegnet Gott zuerst den Menschen. In der Bibel, bei Mose, ist das wie ein sanftes Annähern: Gott stellt sich vor, zeigt sich barmherzig und geduldig, bewahrt aber einen respektvollen Abstand. Es ist eine unaufdringliche, fast schon werbende Liebe. Man spürt: Da ist jemand, der es gut mit mir meint, aber er lässt mir meinen Freiraum.
Anlauf 2: Liebe rollt die Ärmel hoch: Liebe aus der Ferne reicht auf Dauer nicht. Gott wird erfinderisch – und konkret. In Jesus bekommt diese Liebe plötzlich Hände und Füsse. Das Göttliche verlässt die himmlischen Sphären und setzt sich an den Küchentisch, in die Kneipe, mitten ins alltägliche Chaos. Und Jesus trifft dabei keine elitäre Auswahl: Menschen am Rand, Gescheiterte und all jene, über die andere gern die Nase rümpfen, bekommen sein schönstes Liebeszwinkern. Diese „handfeste“ Liebe geht auf volles Risiko, ganz ohne Garantieschein. Sie stellt festgefahrene Denkmuster auf den Kopf und mutet allen, die streng an Regeln festhalten, zu, das Leben endlich mal durch die Brille der Herausforderungen zu sehen, denen Menschen tagtäglich ausgesetzt sind.
Anlauf 3: Der Funke springt über: Selbst als Jesus nicht mehr greifbar ist, lässt Gott nicht locker. Der dritte Anlauf ist der intimste: der Heilige Geist. Das ist kein abstraktes Konzept, sondern diese innere Antriebskraft, die plötzlich in uns brennt. Kennst du das Gefühl, wenn du spontan jemandem hilfst, wenn du dich voller Leidenschaft für etwas Gutes einsetzt oder eine tiefe, echte Verbundenheit mit anderen spürst? Genau da zündet dieser dritte Versuch.
Was heisst das für unseren Alltag? Der Dreifaltigkeits-Sonntag erinnert uns an eine einfache Wahrheit: Gott ist keine starre Theorie, sondern dynamische, lebendige Liebe. Eine Liebe, die nicht aufgibt und sich immer wieder neue Wege sucht.
Wie antwortest du auf diese Liebe?
Madeleine Kronig

Dieser anregende Impuls zum Dreifaltigkeits-Sonntag zeigt mir: Gott sucht den Weg zu unserem Herzen. Er ist Beziehung, Liebe und Begegnung. Er wendet sich uns Menschen immer wieder zu, geht mit und trägt. Wer glaubt, ist nie allein.
Schönen Sonntag allerseits!