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Zuhause sein

Hast Du einen Lieblingssessel? Einen Lieblingsstuhl? Zuhause oder an einem besonderen Ort? Hast Du einen Platz, wo Du Dich gerne niederlässt, ja, einen Ort, wo Du zu Hause bist? Ich habe einen bequemen Fauteuil, wenn ich mich da niederlasse, dann bin ich richtig zuhause, fühle mich geborgen.

Ich hoffe, es geht Dir auch so. Einen Ort haben, wo Du Dich richtig wohl fühlen kannst.

Beheimatung

Vertrautheit

Intimität

Ausruhen

Unsere Tage sind schnelllebig geworden. Wir rennen von einem Platz zum anderen und manchmal sind wir im Zeitenlauf nur ein Platzhalter, eine Platzhalterin.

Am Ende des Jahres da sieht man im Fernsehen, liest es in den Zeitungen, den Jahresrückblick. Die Grossen kommen zu Wort. Was da alles erreicht und bereist, erwirtschaftet und verkauft wurde! … Und doch sind viele am Ende. Am Ende des Jahres. Sie haben kein wirkliches Zuhause.

Mich hat noch keiner gefragt. Zu unspektakulär mein Jahresrückblick. Denn er hiesse: Ich habe erfahren dürfen, dass ich Menschen um mich habe, auf die ich mich verlassen kann, bei denen ich ankommen darf. Bei ihnen habe ich einen Platz

im Haus

im Herzen

im Tagesablauf

im Gebet

Das kann man nicht bezahlen. Ich verstehe es als Reichtum. Ein Mensch, der in einem anderen Menschen Heimat findet. Der oder die bei jemandem Platz einnehmen darf, sich auf diese Person verlassen darf, dieser oder diese ist ein reich Beschenkter – eine reich Beschenkte.

Ein Mensch, der in einem anderen Heimat gefunden hat. Warum berichte ich davon?

Weil Maria und Josef vormachen, was es heisst, ein Mensch zu sein, auf den man sich verlassen kann.  Wir wissen wenig von der heiligen Familie. Eines aber wissen wir: Auf die beiden war Verlass. Die beiden hielten zusammen. Josef blieb als Maria schwanger wurde und Maria traute den Träumen Josefs. Sie hielten zusammen. Zusammen gaben sie Jesus, was einen Menschen reicht macht: Ein Zuhause, einen Platz.

Doch nicht genug, da kam mehr dazu. Maria und Josef gaben Jesus Zeugnis davon, dass er sich ganz auf Gott, seinen Vater verlassen konnte. Sie sprechen aus, was für Christen und Christinnen das wahre ”Zuhause” meint. Zu Hause – da ist noch mehr als ein Platz.

Ganz bei Gott sein.

Deshalb will auch ich keine Sesselkleberin bleiben. Mich im eingangs erwähnten Fauteuil nicht allzu bequem einrichten. Sie sind gut diese Orte, zweifelsohne. Sie geben mir einen Platz, wo ich es mir gut sein lasse. Das ist wichtig.

Darüber hinaus weisen Orte und Menschen – auch Maria und Josef und nach ihnen soviele andere Menschen bis in die Gegenwart hinein – mich hin auf den, der mein wirkliches Zuhause sein will.

Oder wie es Augustinus einst formulierte: ”Unruhig ist unser Herz bis es ruht (zu Hause) in Gott.”

Sibylle Hardegger

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