Ich bin in meinem Leben schon sehr viel in Zügen gesessen. Allein zwanzig Jahre Fernbeziehung brachten das mit sich. Natürlich fahre ich auch zurück von Rom nach Bern mit dem Zug. Ich bin nicht ideologisch, aber wo es geht, versuche ich das Fliegen zu vermeiden. Zugfahren entschleunigt – als Deutscher kann ich ein Lied davon singen. Man gibt die Kontrolle ab und ist für einen Moment von der Welt abgeschnitten – das Handy-Netz funktioniert in deutschen Zügen auch sehr schlecht.
Einmal einfach nur da sein, ohne Ablenkung, nicht jede Minute effektiv auszufüllen, Gedanken nachzuhängen, das ist der grosse Luxus am Zugfahren. Und so freue ich mich auf die 10 Stunden Zugfahrt von Rom nach Bern, um mich ganz langsam wieder auf die Arbeit und meinen Alltag einzustellen.
