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Auch nur eines dieser Kinder (Mt 18,5) – Welttag der Migranten und Flüchtlinge

Jeder von uns hat wohl ein Thema, das er oder sie hütet wie ein kleines Kind. Bei mir ist es Migration und kulturelle Vielfalt. Vielleicht, weil ich selbst eine Migrantin bin – genauer gesagt: das Kind von Migranten.

Nur: Ich bin nirgendwohin ausgewandert. Ich bin hier geboren. „Person mit Migrationshintergrund“, „zweite Generation“, „Secondo“ – oder, wie ich mich selbst bezeichne: „weder Fisch noch Vogel“. Für die einen Ausländerin, für die anderen Touristin.

Flashback 2003:

Ich war 19, als ich mich zum ersten Mal bewusst mit dem Wort „Heimat“ auseinandersetzen musste. Für ein Volontariat in Südamerika füllte ich ein Anmeldeformular aus. Auf der ersten Seite stand die Frage nach dem „Heimatort“. Fröhlich schrieb ich das Land hin, das in meinem Pass stand.

Doch plötzlich kamen Zweifel. Was bedeutet diese Antwort für die Menschen in Südamerika? Schliesslich war ich Mitglied der Schweizer Delegation. Nach einer schlaflosen Nacht korrigierte ich meine Antwort und schrieb: Schweiz.

Und da war plötzlich dieses Gefühl: Ich bin eine Hochstaplerin. Eine Lügnerin. Jemand, der sich als etwas ausgibt, was sie nicht ist. Zum ersten Mal stellte ich mir bewusst die Frage: Was bin ich dann?

Es hat lange gedauert, bis ich mit diesem Teil meiner Lebensgeschichte Frieden gefunden habe. Bis ich mein Anderssein nicht mehr als etwas empfand, für das ich mich schämen musste, sondern als Geschenk. Auch mit dem Wort „Heimat“ habe ich mich neu auseinandergesetzt. Heute ist Heimat für mich weniger eine Landesgrenze oder eine Fahne als ein Ort, an dem ich mich zugehörig und angenommen fühle.

Einen solchen Ort habe ich schon als Kind gekannt: die Kirche bzw. die Ministrantenschar meiner Pfarrei.

Im Studium sagte unsere Dozentin einmal, mitten in einer hitzigen Diskussion über Kirche und Ausländer: „In der Kirche gibt es keine Ausländer. Wir sind Getaufte.“ Diese Worte haben in mir etwas geheilt.

Und heute mache ich mir wieder Gedanken.

Vor kurzem fiel mir eine Formulierung besonders auf: Nach der Gewalttat in Aarau wurde an einer Medienkonferenz ein Mann als „Schweizer Staatsangehöriger ohne Migrationshintergrund“ bezeichnet. Dieser Satz hat mich betroffen und ich frage mich:
Was passiert, wenn wir immer genauer unterscheiden, wer zu uns gehört?

Ich kenne diese Sortierungen. Ich habe sie schon als Kind gespürt.

Papst Leo XIV. hat den diesjährigen Welttag der Migranten und Flüchtlinge unter das Leitwort „Auch nur eines dieser Kinder“ gestellt: „Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf“ (Mt 18,5).

Auch ich war einmal eines dieser Kinder: mit einer zusätzlichen Sprache, anderem Essen und einer Familiengeschichte, die nicht ganz in die Schubladen passte. Aber letztlich doch einfach ein Kind – wie alle anderen.

Vielleicht liegt genau darin eine christliche Antwort auf unsere vielen Kategorien:
einander wieder als eines dieser Kinder zu sehen. Nicht zuerst als Schweizer oder Ausländerin, als Eingebürgerte oder Secondo. Sondern als Mensch. Als Schwester. Als Bruder. Als Getaufte.

Denn vielleicht ist das die Heimat, die Christus uns schenkt: Ein Ort, an dem niemand erst beweisen muss, dass er dazugehört.

Sonja Lofaro

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Sibylle Hardegger
Sibylle Hardegger
19 days her

Merci für diese tollen und persönlichen Gedanken!

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Das Fasten reinigt den Geist und stärkt die Seele.

(Johann Wolfgang von Goethe, 1749 – 1832)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Die Regeln der Kirche in Bezug auf das Fasten und Feiern werden recht gut eingehalten. Die Reichen halten das Feiern und die Armen das Fasten ein.

(Philip Sidney, 1554 – 1586)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Das Fasten, das Gott am besten gefällt, ist nicht der Verzicht auf Alkohol, Süßigkeiten, Internet oder Fernsehen, sondern der Verzicht auf die Sünde.

(Josef Bordat, *1972)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Fasten heißt, auf sein Recht zu verzichten, wo andere darunter leiden würden.

(Stefan Fleisicher, *1938)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Der Appetit kommt mit dem Essen, aber noch häufiger mit dem Fasten.

(Willy Millowitsch, 1909 – 1999)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Der gefrässige Mensch ist nicht imstande, die Faulheit zu überwinden, und der gefräs-sige und müssige wird niemals die Kraft besitzen, die Fleischeslust zu bekämpfen. Da-rum beginnt, im Sinne aller Lehren, das Streben nach Enthaltsamkeit mit dem Kampfe gegen die Gefrässigkeit, beginnt mit Fasten.

(Leo Tolstoi, 1828-1910)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Besser ist es, die Zunge zu beherrschen, als zu fasten bei Wasser und Brot.

(Johannes vom Kreuz, 1542-1591)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Wenn du nicht fastest, siehst du das Geheimnis nicht.

(aus Afrika)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Ein Mensch, der seiner Sünden wegen fastet, aber hingeht und dasselbe wieder tut. Wer wird sein Gebet erhören und was hat er von seinem Fasten?

(Sir 34,31)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Dann rief ich dort am Fluss bei Ahawa ein Fasten aus; so wollten wir uns vor unserem Gott beugen und von ihm eine glückliche Reise erbitten für uns, unsere Familien und die
ganze Habe.

(Esra 8,21)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Zuerst wird nur der Mangel gefühlt; dann verschwindet das Verlangen nach Nahrung... Der Körper wird gleichsam aufgelockert. Der Geist wird freier. Alles löst sich, wird leichter, Last und Hemmung der Wirklichkeit kommen in Bewegung; der Raum des Möglichen wird weiter... Der Geist wird fühliger. Das Gewissen wird hellsichtiger, fei-ner und mächtiger. Das Gefühl für geistige Entscheidungen wächst.

(Romano Guardini, 1885-1968)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Gebet, Barmherzigkeit und Fasten, diese drei bilden nur eines. Sie geben einander das Leben. Denn die Seele des Gebetes ist das Fasten. Das Leben des Fastens ist die Barm-herzigkeit. Niemand reisse sie auseinander. Wenn man nur eines von diesen dreien hat, so hat man nichts. Wer also betet, der faste, wer fastet, der übe Barmherzigkeit.

(Petrus Chrysologus, um 380 – 451)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Der Heuchler fastet, damit man ihn lobe; der Geizhals, damit man seine Börse fülle; der Gerechte, um Gott zu gefallen.

(Antonius von Padua, 1195 – 1231)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Das Fasten ist die Speise der Seele. Wie die körperliche Speise stärkt, so macht das Fasten die Seele kräftiger und verschafft ihr bewegliche Flügel, hebt empor und lässt sie über himmlische Dinge nachdenken.

(Johannes Chrysostomos, um 350 – 407)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Der Körper würde gern der Seele das Fasten überlassen.

(aus Irland)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Ihr, die ihr glaubt! Das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch waren. Vielleicht werdet ihr gottesfürchtig.

(Sure 2, Vers 183)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Auch jetzt noch - Spruch des Herrn: Kehrt um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, Weinen und Klagen.

(Joel 2,12)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

(Mt 6,17-18)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.

(Mt 6,16)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Wir fasteten also und suchten in dieser Sache Hilfe bei unserem Gott und er hörte uns.

(Esra 8,23)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Fasten stiftet Frieden. Das Fasten würde alle lehren, die Liebe zum Geld, zu überflüssigen Dingen und im Allgemeinen die Neigung zu Feindseligkeiten aufzugeben.

(Basilius der Groe, 330 – 379)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Fasten heisst lernen, genügsam zu sein; sich weigern, in Materie zu ersticken; sich von allem Überflüssigen lächelnd verabschieden.

(Phil Bosmanns, 1922 – 2012)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Das ist ein Fasten, wie ich es liebe: die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, die Versklavten freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen, an die Hungrigen dein Brot auszuteilen, die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deinen Verwandten nicht zu entziehen.

(Jes 58,6-7)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Das Fasten ist die Speise der Seele. Wie die körperliche Speise stärkt, so macht das Fasten die Seele kräftiger und verschafft ihr beweglichere Flügel, hebt sie empor und lässt sie über himmlische Dinge nachdenken, indem es sie über Lüste und die Freuden des gegenwärtigen Lebens erhaben macht. Wie leichte Fahrzeuge das Meer schneller durchqueren, schwerbelastete Schiffe aber untergehen, so macht das Fasten die Gedan-ken leichter.

(Johannes Chrysostomus, + 407)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Das Fasten ist der Frieden des Körpers.

(Petrus Chrysologus, um 380 – 451)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Siehe da, was das Fasten wirkt. Es heilt die Krankheiten, trocknet die überschüssigen Säfte im Körper aus, vertreibt die bösen Geister, verscheucht verkehrte Gedanken, gibt dem Geist grössere Klarheit, macht das Herz rein, heiligt den Leib und führt schliess-lich den Menschen vor den Thron Gottes… Eine große Kraft ist das Fasten und ver-schafft große Erfolge.

(Athanasius, um 300 – 373)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Im Fasten verwendet nun der Organismus die sonst für die Verdauung tätigen Energien sofort zur Abheilung der jeweils erkrankten Bezirke unter „sachverständiger“ Leitung des „Inneren Arztes“, den der alte Paracelsus den „Archaeus“, den Urarzt, nannte.

(Otto Buchinger, 1878-1966)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Fasten betrifft den ganzen Menschen, jede einzelne seiner Körperzellen, seine Seele und seinen Geist.

(Hellmut Lützner, 1928-2020)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Fasten führt zu einer tiefen Verbundenheit mit sich selbst, mit den anderen Menschen und mit der Natur, deren Luft wir atmen, deren Wasser wir trinken, die uns ernährt, von der wir also leben.

(Niklaus Brantschen, *1935)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Wer stark, gesund und jung bleiben will, sei mässig, übe den Körper, atme reine Luft und heile sein Weh eher durch Fasten als durch Medikamente.

(Hippokrates, um 460 vC. – um 370 nC)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Das Ziel des Fastens ist die innere Einheit.

(Thomas Merton, 1915-1968)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Ich faste für mehr körperliche und geistige Leistungsfähigkeit.

(Platon, 427-347)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Die besten aller Heilmittel sind die Ruhe und das Fasten.

(Benjamin Franklin, 1706-1790)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Gelegentliches Fasten ist die beste Heilnahrung.

(Ebo Rau, *1945)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Verzicht nimmt nicht. Verzicht gibt. Er gibt die unerschöpfliche Kraft des Einfachen.

(Martin Heidegger, 1889-1976)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Jeder kann zaubern, jeder kann seine Ziele erreichen, wenn er denken kann, wenn er warten kann, wenn er fasten kann.

(Herman Hesse,1877-1962)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Die Fastenzeiten sind Teil meines Wesens. Ich kann auf sie ebenso wenig verzichten wie auf meine Augen. Was die Augen für die äussere Welt sind, das ist das Fasten für die innere.

(Mahatma Gandhi, 1869-1948)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Was dir selbst verhasst ist, das mute auch einem anderen nicht zu! Gib dem Hungrigen von deinem Brot und dem Nackten von deinen Kleidern! Wenn du Überfluss hast, dann tu damit Gutes und sei nicht kleinlich, wenn du Gutes tust. Such nur bei Verständigen Rat; einen brauchbaren Ratschlag verachte nicht!

(Tobit 4,15a-16.18.)

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40 Worte zur Fastenzeit

von Bischof Josef Stübi
Gott, in deiner Liebe und Güte hast du uns gelehrt, dir in Busse, Gebet, Fasten und Nächstenliebe nahe zu sein. Nimm unser Fasten als Zeichen des guten Willens und und richte uns auf, wenn wir schwächeln, durch deine unendliche Barmherzigkeit; durch Jesus Christus, unseren Bruder Amen.