«Gaudete-Sonntag»
Der dritte Adventssonntag trägt den Namen «Gaudete-Sonntag». Gaudete heisst «Freuet euch…». Gaudete domino semper – Freut euch allzeit im Herrn. Mit diesem Wort beginnt der Eröffnungsvers der römisch-katholischen Messe des dritten Adventssonntages. Es ist ein Wort aus dem Philipperbrief, welches diesem Sonntag den Namen gab. Paulus ruft darin zur Freude auf: «Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! Denn der Herr ist nahe.» (Phil 4,4.5)
Freude! Das ist die Botschaft für diesen Sonntag. Vor allem zwei Gründe gibt es zur Freude: Einerseits ist die Mitte – der in früheren Zeiten strengen – Adventszeit überschritten und zum anderen rückt das Weihnachtsfest immer näher.
Es gibt aber auch noch eine tiefere Botschaft an diesem 3. Adventssonntag. Freut euch, denn der Herr ist nahe!, schreibt Paulus im Philipperbrief. Es geht also im Kern um Jesus Christus. Freuen sollen sich alle, die Jesus erwarten und auf sein Kommen hoffen und vertrauen. Vorfreude darf uns jetzt schon erfüllen. Paulus sagt uns eine richtige Herzensfreude zu. Ja, eine Freude, die unser Herz bewegt, nicht nur unsere Lippen.
Freut euch, denn der Herr ist nahe, das ist auch eine Botschaft der Hoffnung. Eine Hoffnung für unsere Welt. Da kommt jemand – Jesus Christus – auf uns zu, um bei uns zu sein, unsere Hoffnung zu stärken uns den Frieden zu bringen. Auch wenn die Weltlage gerade in unseren Tagen ein anderes Bild bietet: Halten wir dennoch ja trotzdem fest an dieser Zusage von Paulus, Freut euch, denn der Herr ist nahe!
Ich bin überzeugt, dass Gott der uns Liebende ist. Der sich uns Zuwendende. Der an uns Handelnde. Das ist für mich persönlich Grund zur Freude, die auch durch schwere Lebenszeiten trägt. Mit dem göttlichen Kind wird diese Freude geboren, wird sie lebendig. An Weihnachten.
Die Heilige Edith Stein (1891-1942) schrieb «Freude ist ein Zeichen, dass man dem Licht nahe ist.». Ich finde das passt zum 3. Adventssonntag.
+Josef Stübi
