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Stimmung

Gehörst Du auch zu den Menschen, die sich zuhause eine schöne Stimmung schaffen? Im Herbst, mit farbigen Blättern, Dekorationskürbissen, Kastanien. Oder jetzt im Advent mit Kerzen, Tannengrün und Zimtstängel.

Das Bedürfnis nach Stimmungen prägt viele Menschen.

Doch viele dieser „geschaffenen“ Stimmungen stehen in Kontrast zu den Stimmen, die täglich an unser Ohr drängen: Die Stimmen der Frauen aus Afghanistan, die für Gleichberechtigung kämpfen, die Stimme des Familienvaters, der um seinen Arbeitsplatz zittert, die Stimme der Nachrichtensprecherin, die von Kriegen und den steigenden Krankenkassenprämien berichtet.

Diese Stimmen sind so richtige Stimmungskiller.

Sie überfordern mich oft. Sie lassen eine Spannung entstehen, die sich auch nicht auflösen lässt, wenn ich eine schöne Stimmung heranzaubere. Ich nehme das als eine Grundspannung in meinem Leben wahr: Schöne Stimmungen, widersprüchliche Stimmen und über allem ist da meine Sehnsucht nach einer „heilen“ Welt, einer Welt, die in Ordnung ist.

Die Propheten und Prophetinnen des alten Testamentes haben diese heile Welt verheissen. Vielleicht kennst Du die Stelle im Buch Jesaja in der es heisst: „Der Wolf findet Schutz beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Junge leitet sie.“ 

Johannes der Täufer nimmt diese Tradition auf. Er prophezeit eine „neue Welt“. Aber er ist ein Halbwilder, der in der Wüste lebt; er ist eigentlich ein „Stimmungskiller“, denn er nennt die religiösen Vorsteher „Schlangenbrut“. Alte Traditionen wie das Reinigungsbad deutet er um und tauft stattdessen die Menschen. Für ihn ist die Taufe ein Zeichen der Umkehr. Ein Aufbruch in eine neue, bessere, heilere Welt.

Die Taufe wird ein Wendepunkt für jede und jeden Einzelnen.

Viele liessen sich taufen und bezeugten damit, dass sich nicht «etwas» ändern muss, sondern dass sie selber sich ändern müssen. Die prophetische Verheissung des Johannes heisst: „Der aber, der nach mir kommt, ist stärker als ich. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.“ Und diese Verheissung steckte offensichtlich die Leute an. Johannes war einer, der Gottes Kraft in der Welt wahrgenommen hat. Er wusste, Gott kommt nicht an dieser Welt vorbei, nein, er wird in diese Welt kommen. Er kommt in diese Welt, die voller Widersprüche ist. Und Gott rechnet mit Menschen, die Feuer gefangen haben und die daran arbeiten, dass es anders wird – hier und heute.

Sibylle Hardegger

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Fasten heisst lernen, genügsam zu sein; sich weigern, in Materie zu ersticken; sich von allem Überflüssigen lächelnd verabschieden.

(Phil Bosmanns, 1922 – 2012)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Das ist ein Fasten, wie ich es liebe: die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, die Versklavten freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen, an die Hungrigen dein Brot auszuteilen, die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deinen Verwandten nicht zu entziehen.

(Jes 58,6-7)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Das Fasten ist die Speise der Seele. Wie die körperliche Speise stärkt, so macht das Fasten die Seele kräftiger und verschafft ihr beweglichere Flügel, hebt sie empor und lässt sie über himmlische Dinge nachdenken, indem es sie über Lüste und die Freuden des gegenwärtigen Lebens erhaben macht. Wie leichte Fahrzeuge das Meer schneller durchqueren, schwerbelastete Schiffe aber untergehen, so macht das Fasten die Gedan-ken leichter.

(Johannes Chrysostomus, + 407)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Das Fasten ist der Frieden des Körpers.

(Petrus Chrysologus, um 380 – 451)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Siehe da, was das Fasten wirkt. Es heilt die Krankheiten, trocknet die überschüssigen Säfte im Körper aus, vertreibt die bösen Geister, verscheucht verkehrte Gedanken, gibt dem Geist grössere Klarheit, macht das Herz rein, heiligt den Leib und führt schliess-lich den Menschen vor den Thron Gottes… Eine große Kraft ist das Fasten und ver-schafft große Erfolge.

(Athanasius, um 300 – 373)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Im Fasten verwendet nun der Organismus die sonst für die Verdauung tätigen Energien sofort zur Abheilung der jeweils erkrankten Bezirke unter „sachverständiger“ Leitung des „Inneren Arztes“, den der alte Paracelsus den „Archaeus“, den Urarzt, nannte.

(Otto Buchinger, 1878-1966)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Fasten betrifft den ganzen Menschen, jede einzelne seiner Körperzellen, seine Seele und seinen Geist.

(Hellmut Lützner, 1928-2020)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Fasten führt zu einer tiefen Verbundenheit mit sich selbst, mit den anderen Menschen und mit der Natur, deren Luft wir atmen, deren Wasser wir trinken, die uns ernährt, von der wir also leben.

(Niklaus Brantschen, *1935)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Wer stark, gesund und jung bleiben will, sei mässig, übe den Körper, atme reine Luft und heile sein Weh eher durch Fasten als durch Medikamente.

(Hippokrates, um 460 vC. – um 370 nC)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Das Ziel des Fastens ist die innere Einheit.

(Thomas Merton, 1915-1968)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Ich faste für mehr körperliche und geistige Leistungsfähigkeit.

(Platon, 427-347)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Die besten aller Heilmittel sind die Ruhe und das Fasten.

(Benjamin Franklin, 1706-1790)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Gelegentliches Fasten ist die beste Heilnahrung.

(Ebo Rau, *1945)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Verzicht nimmt nicht. Verzicht gibt. Er gibt die unerschöpfliche Kraft des Einfachen.

(Martin Heidegger, 1889-1976)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Jeder kann zaubern, jeder kann seine Ziele erreichen, wenn er denken kann, wenn er warten kann, wenn er fasten kann.

(Herman Hesse,1877-1962)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Die Fastenzeiten sind Teil meines Wesens. Ich kann auf sie ebenso wenig verzichten wie auf meine Augen. Was die Augen für die äussere Welt sind, das ist das Fasten für die innere.

(Mahatma Gandhi, 1869-1948)

40 Worte zur Fastenzeit

von Weihbischof Josef Stübi
Was dir selbst verhasst ist, das mute auch einem anderen nicht zu! Gib dem Hungrigen von deinem Brot und dem Nackten von deinen Kleidern! Wenn du Überfluss hast, dann tu damit Gutes und sei nicht kleinlich, wenn du Gutes tust. Such nur bei Verständigen Rat; einen brauchbaren Ratschlag verachte nicht!

(Tobit 4,15a-16.18.)

Glaube & Gemeinschaft

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40 Worte zur Fastenzeit

von Bischof Josef Stübi
Gott, in deiner Liebe und Güte hast du uns gelehrt, dir in Busse, Gebet, Fasten und Nächstenliebe nahe zu sein. Nimm unser Fasten als Zeichen des guten Willens und und richte uns auf, wenn wir schwächeln, durch deine unendliche Barmherzigkeit; durch Jesus Christus, unseren Bruder Amen.