Gott wird Mensch. Das ist eine Wucht.
In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr. Der Engel sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine grosse Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Christus, der Herr.» (Lk 2,8-11)
Was für eine Botschaft! – Gott, der schon immer da ist, zeigt sich, wird Mensch, wird Kind, zeigt sich – damals wie heute. In der Liebe, die dieses Kind ausstrahlt, wird die Liebe Gottes erfahrbar. Sie wird erfahrbar für alle, die sich öffnen, wie die Hirtinnen und Hirten, wie die drei Könige – heute für jene, die glauben. Gott wird Begegnung von Angesicht zu Angesicht – in Jesus Christus.
Gott wird in diesem Kind als Mensch sichtbar und erfahrbar. Der Bischof von Passau, Stefan Oster, schrieb kürzlich: «Wer ihn (Jesus Christus) verstehen lernt, vor allem mit dem Herzen verstehen lernt, der lernt immer mehr verstehen, wer Gott ist; und besonders auch: Wer Gott zum Menschen hin ist, ein liebender Vater, der in seiner Liebe bereit ist, bis zum Äussersten zu gehen … Mit Jesus wird Gott Mensch, damit der Mensch neu in Gottes Nähe kommt.»
«Gott ist mit uns» haben sich gläubige Menschen durch die Jahrhunderte hindurch immer wieder gesagt und diesen Glauben gefeiert und weitergegeben – als Quelle von Kraft und Hoffnung.
Ja, Gott ist auch heute mit uns. Mit uns als Fragende, Suchende, Hoffende, Glaubende. Seine Liebe kommt auch uns immer neu entgegen, möchte uns begegnen. In Jesus Christus bietet Gott uns den Platz an seiner Seite an, um gemeinsam zu gehen – er mit uns und wir mit ihm.
Der bekannte geistliche Schriftsteller P. Notker Wolf (1940-2024) legt in seinem 2022 erschienen Buch «Warum lassen wir uns verrückt machen» zum Festgeheimnis von Weihnachten ein persönliches Zeugnis vor: «Für mich gibt es keine ergreifendere Botschaft als die, dass Gott in Jesus Mensch geworden ist. Wen diese Botschaft trifft, der spürt ihre Wucht, der kann sich ihrer Wirkung nicht entziehen.»
Lassen wir uns von dieser Botschaft treffen. Lassen wir uns auf sie ein. Die Botschaft ist uns heute auch zugesagt – Ihnen und mir: „Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine grosse Freude…“
Ihnen, die Sie sich jetzt gerade auf der Glaubenspiazza befinden und all jenen, welche sich für den Glauben und das Leben auf dieser Piazza einsetzen
GESEGNETE WEIHNACHTEN !!!
+Josef Stübi
