Es ist ein heller Moment mitten auf dem Weg nach Jerusalem. Jesus nimmt Petrus, Jakobus und Johannes mit auf einen Berg – und dort geschieht etwas, das ihnen den Atem raubt: Sein Gesicht leuchtet wie die Sonne, seine Kleider werden weiss wie das Licht. Mose und Elija erscheinen. Eine Wolke überschattet sie. Und aus ihr ertönt die Stimme:
«Dieser ist mein geliebter Sohn. Auf ihn sollt ihr hören.»
Die Fastenzeit ist kein dunkler Tunnel, an dessen Ende irgendwann Ostern wartet. Sie ist ein Weg mit Lichtblicken. Der zweite Fastensonntag schenkt uns so einen Lichtblick: die Verklärung Jesu. Noch bevor der Weg ins Leiden sichtbar wird, dürfen die Jünger einen Moment lang die Herrlichkeit Gottes schauen. Es ist, als würde Gott sagen: Vergesst nicht, wohin dieser Weg führt. Vertraut dem Licht – auch wenn es wieder bergab geht.
Norman Zöllner