Pfingsten ohne Brausen
Ich suche Pfingsten überall.
Auf der Arbeit. Unterwegs durch die Stadt. In meinem gewöhnlichen Familienalltag.
Ich suche nach diesem Brausen aus der Pfingstgeschichte. Nach Feuerzungen. Nach etwas, das mich wirklich erfasst. Etwas, das stärkt, begeistert, in Bewegung bringt. So sehr, dass ich am liebsten auf der Strasse laut von Gott erzählen würde.
Aber wenn ich ehrlich bin:
Oft spüre ich davon nichts.
Kein Feuer. Kein Sturm.
Eher Müdigkeit. Zu viele Gedanken. Zu wenig Zeit. Alltag eben.
Und manchmal frage ich mich schon, ob ich etwas verpasse oder gar falsch mache.
Vielleicht ist Pfingsten aber gar nicht immer laut.
Vielleicht kommt Gottes Geist manchmal viel unscheinbarer daher.
Wie ein Moment, der mich plötzlich berührt.
Wie Worte, die nachklingen.
Wie ein Mensch, dessen Hoffnung ansteckt.
Wie Frieden mitten im Chaos.
Vielleicht geht es an Pfingsten gar nicht zuerst um Begeisterung — sondern um Ergriffenheit.
Darum, dass mich etwas trifft, bewegt und nicht mehr ganz loslässt.
Vielleicht muss ich nicht auf das grosse Brausen warten.
Vielleicht reicht es, Gott mitten in meinem normalen Leben ein bisschen Platz zu lassen.
Und vielleicht ist genau das Pfingsten.
Sonja Lofaro

Dankeschön für diesen ehrlichen und erfrischenden Pfingst-Impuls, Sonja.
Mich berührt der Gedanke, dass Pfingsten nicht immer laut sein muss. Gottes Geist wirkt auch im Leisen – oft unscheinbar, aber dennoch wirkungsvoll.
Im Johannesevangelium wird der Geist mit dem Wind verglichen, der weht, wo er will. Dieses Bild passt für mich sehr schön dazu.
Auch ohne Brausen macht Gottes Geist lebendig.
Das macht Mut und stimmt hoffnungsvoll.
Frohe Pfingsten!
Grossartige Gedanken!