Das Erste, was mich in Trondheim beeindruckt hat, ist eine Bewegung, die in unseren Breitengraden fast abwesend, jedenfalls nebensächlich ist: die Bekehrungen. Anders als im Rest des Westens wächst die katholische Kirche in Norwegen. Jedes Jahr entdecken Menschen unterschiedlichen Alters und aus verschiedenen Gesellschaftsschichten im katholischen Glauben eine Antwort auf ihre Sinnsuche.
Die Mehrheit besteht aus jungen Norwegern, die nach einer eigenständigen Suche – in der Bibel oder im Internet – beginnen, die Messe – und andere von der Pfarrei angebotene Aktivitäten – zu besuchen. Einige von ihnen stammen aus einem säkularisierten lutherischen familiären Umfeld, andere hatten zuvor nie etwas mit Religion zu tun. Nach einer Zeit der Hinführung und Vertiefung des Glaubens entscheiden sie sich, durch Taufe, Firmung oder durch das Katechumenat offiziell katholisch zu werden. Das verleiht der Gemeinschaft eine ausserordentliche Dynamik. Die Ankunft neuer Mitglieder bereichert nämlich jene, die schon lange katholisch sind, indem sie verhindert, dass diese im Glauben einschlummern oder sich in der Routine einrichten. Jede und jeder wird immer wieder neu eingeladen, die Beziehung zu Gott Tag für Tag neu zu entdecken.
