Die katholische Kirche Norwegens ist ein Sprachen- und Kulturenmosaik. Die Mehrheit der Mitglieder ist ausländischer Herkunft. Während der letzten Jahrzehnte hat Norwegen eine starke Einwanderung aus Osteuropa und aus aussereuropäischen Staaten erlebt. Menschen aus Eritrea, Polen, Litauen, den Philippinen, aus Vietnam und Lateinamerika, das sind nur einige der Länder aus denen sich die Gemeinschaft der Kirche heute zusammensetzt. Insgesamt zählt die Pfarrei Trondheim mehr als hundert Nationalitäten.
Menschen aus Norwegen sind eine Minderheit. Sie sind meist Konvertiten und meistens jung. Ausser der polnischen Gemeinde, die aus aufgrund ihrer Grösse ihre eigene Messe feiert, verfügen die anderen Sprachgemeinschaften nur selten über eine Liturgie in ihrer Muttersprache. Die Messen sind daher normalerweise ausschliesslich auf Norwegisch und Englisch. Als positive Folge gilt die Gemeinde als besonders vereint, und der kulturelle Unterschied ist im Vergleich zum gemeinsamen Glauben nur gering.
Während ich beim Pfarrsonntagsessen auf die verschiedenen Gerichte und die bunten Festkleidungen schaue, fällt mir oft die Stelle aus der Apostelgeschichte ein, in der Petrus vor der Menge über das Evangelium spricht und von allen in der eigenen Sprache verstanden wird. Ich stelle fest: Das passiert noch immer.
