Im November bin ich in die Wüste gekommen. In Norwegen ist die Bevölkerungsdichte eine der geringsten in Europa. Mit der Wüste meine ich nicht die geographische oder demographische, sondern die geistliche Wüste. Die Säkularisierung, die in die skandinavische Gesellschaft tiefer eingedrungen ist als im übrigen Kontinent, hat den Menschen aller religiösen oder ethischen Orientierungspunkte beraubt und sie in einem blinden Relativismus zurückgelassen.
Doch wo Wüste ist, da ist auch Durst. Im Buch des Propheten Jesaja heisst es: «Die Elenden und Armen suchen Wasser und es ist nichts da, ihre Zunge verdorrt vor Durst. Aber ich, der Herr, will sie erhören; ich, der Gott Israels, will sie nicht verlassen. Ich will Wasserbäche auf den Höhen öffnen und Quellen inmitten der Täler und will die Wüste zu Wasserstellen machen und das dürre Land zu Wasserquellen.» (Jes 41, 17-18)
Mein Aufenthalt in Norwegen verfolgt genau dieses Ziel: das Wunder zu beobachten, wie sich die Wüste in fruchtbares Land verwandelt.
