Neuanfang
Skandinavien wurde nach einem jahrhundertelangen Kultur- und Geschäftskontakt sowie einem intensiver Missionierung im Laufe des 11. Jahrhunderts christlich. Oft spielte die Monarchie eine entscheidende Rolle bei der Bekehrung der Bevölkerung, indem die Könige das Christentum als neue Staatsreligion etablierten und die heidnischen Kulte verboten. Am Ende des 11. Jahrhunderts war ganz Skandinavien christianisiert. Im 12. Jahrhundert entstanden drei Erzbistümer (Lund, Uppsala und Nidaros – das heutige Trondheim) sowie zahlreiche Bistümer. Während des gesamten Mittelalters war Skandinavien daher eine tief im Glauben und in der Kultur verwurzelte christliche Region.
Im 16. Jahrhundert setzte sich die Reformation sehr schnell in Nordeuropa durch, und sämtliche skandinavischen Länder wurden lutherisch. Der katholische Glaube wurde verboten. Von der vorreformatorischen Kirche ist heute nichts mehr übriggeblieben.
Infolge der Säkularisierung des letzten Jahrhunderts wurde das Luthertum zu einem Teil der traditionellen Kultur und seiner geistlichen Bedeutung entleert. Atheismus, Agnostizismus und ein ausgeprägter Relativismus sind die am meisten verbreiteten philosophisch-religiösen Ansichten in der skandinavischen Gesellschaft, noch mehr als im Rest der westlichen Welt.
Aus diesen Gründen steht der katholische Glaube heute in Nordeuropa vor einer vergleichbaren, wenn nicht sogar komplizierteren Herausforderung als die Missionare vor tausend Jahren. Wieder einmal muss von vorne begonnen werden.
