«Wo zwei oder drei…»
«Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.» (Mt 18,20)
Es ist ein nüchterner Satz, kein Gründungsmythos. Jesus verspricht keine grosse Institution, keine Massenbewegung – nur: zwei oder drei. Eine Handvoll Menschen reicht, damit etwas Neues mitten unter ihnen entsteht.
Franziskus von Assisi hat diesen Satz nicht gelesen, er hat ihn gelebt. Er brach nicht als Anführer mit einem fertigen Plan auf, sondern allein, aus einer eigenen inneren Wende heraus. Und dann geschah etwas, das er nicht erzwingen konnte: Menschen schlossen sich ihm an. Zwei, drei – dann mehr. Nicht weil er sie überzeugte, sondern weil in seinem Aufbruch etwas spürbar wurde, das ansteckend war.
Das ist die Brücke zum Evangelium: Weder bei Jesus noch bei Franziskus beginnt Gemeinschaft mit einer grossen Zahl. Sie beginnt damit, dass einer aufbricht – und andere in diesem Aufbruch etwas erkennen, das auch ihr eigenes ist.
Wo in meinem Leben gibt es die «zwei oder drei», mit denen etwas Neues beginnen könnte – wenn ich selbst den ersten Schritt aus meiner eigenen winterlichen Erstarrung wage?
