Tautra ist eine Insel, die etwa zwei Autostunden von Trondheim entfernt liegt. Sie ist durch eine Brücke mit dem Festland verbunden und beherbergt ein Dorf sowie einige landwirtschaftliche Betriebe. Seit fünfhundert Jahren liegen am Meeresufer die Ruinen eines alten Zisterzienserklosters, das um 1200 gegründet und rund dreihundert Jahre später infolge der Reformation aufgegeben wurde. Die Überreste der Anlage sind relativ gut erhalten und besitzen eine starke symbolische Bedeutung. Lange Zeit waren es gerade sie, die die Erinnerung an den katholischen Glauben auf der Insel lebendig hielten.
Seit Beginn des neuen Jahrtausends haben sich die Dinge jedoch verändert. Auf der Insel, wenige Kilometer von den Ruinen entfernt, wurde ein neues Zisterzienserkloster errichtet – diesmal ein Frauenkloster. Die Schwestern, die aus den Vereinigten Staaten gekommen sind, haben jene Präsenz auf die Insel zurückgebracht, die dort seit fünfhundert Jahren fehlte, und bilden einen wichtigen Bezugspunkt für die gesamte katholische Kirche Nordeuropas.
Nun haben die Ruinen nicht mehr die Aufgabe, vom katholischen Glauben Zeugnis abzulegen. Dafür sorgt das benachbarte, lebendige Kloster.
